Geschlechtskrankheiten - Allgemeine Informationen

Unter Geschlechtskrankheiten versteht man alle Erkrankungen die sexuell übertragen werden. Sie sind die in aller Welt am weitesten verbreiteten ansteckenden Krankheiten. In den letzten Jahrzehnten haben sich stetig zugenommen. Mögliche Gründe dafür sind ein mobiler Lebensstil und ein freizügigerer Umgang mit Sex und seinen unterschiedlichen Praktiken zu sein. Aber auch Unwissenheit und verschämtes Schweigen tragen zur Verbreitung dieser Erkrankungen bei. Die aktuellen Diagnose- und Behandlungsmethoden tragen zu einer schnellen Heilung und zur Bannung der Ansteckungsgefahr bei.

Einige Geschlechtskrankheiten, wie Syphilis, Tripper und die in Europa seltenen Krankheiten "Weicher Schanker", Lymphogranuloma venereum und Granuloma müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Es wird jedoch nur die Anzahl der Erkrankungen registriert, nicht die Namen der Patienten.

Die oben genannten "klassischen Geschlechtskrankheiten" wurden in ihrer Häufigkeit von anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen wie zum Beispiel der Trichomonaden- und Chlamydieninfektionen oder Herpes simplex, überstiegen worden. Der Gebrauch von Kondomen kann die Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten wirkungsvoll eindämmen.

Auch Pilzerkrankungen treten häufig im Genitalbereich auf. Diese können zwar sexuell übertragen werden, sie entstehen aber häufig vor allem bei Frauen unabhängig von sexuellen Kontakten. Pilze besiedeln die Haut und die Schleimhaut des gesunden Menschen. Eine Krankheit kann daraus entstehen, wenn die körpereigene Abwehr herabgesetzt ist. Auch Zeiten mit einem veränderten Hormonspiegel zum Beispiel in der Schwangerschaft können die Gefahr einer Pilzinfektion erhöhen.

Eine Chlamydien- und Ureaplasma-Infektion können Frauen und Männer gleichermaßen betreffen. Diese Erkrankung ist die häufigste sexuell übertragbare Infektion in der westlichen Welt. Bei Frauen kommt es in der Folge häufig zu einer Unterleibsentzündung. Dabei können die Eileiter verkleben und verwachsen. Bei fast der Hälfte aller Geburten wird das Kind mit Chlamydien angesteckt. Deshalb werden Schwangere im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge auf Chlamydien untersucht.

Auch heute noch haben viele Patienten eine große Scheu den Arzt bei dem Verdacht einer Geschlechtserkrankung aufzusuchen. Diese ist jedoch nicht begründet. Längst nicht alle Geschlechtserkrankungen werden durch sexuelle Kontakte verursacht. Die wenigsten Krankheiten sind heute noch meldepflichtig.

Bleiben Geschlechtserkrankungen unerkannt und werden diese nicht rechtzeitig und richtig behandelt können schwerwiegende Folgen für Gesundheit und Fruchtbarkeit entstehen. Die Möglichkeiten einer wirksamen Behandlung sind heute sehr gut. Durch Penizillin, Antibiotika und Tetrazyklin können bakterielle Infektionen und Entzündungen meist vollständig ausgeheilt werden.