Tripper / Gonorrhoe

Diese Geschlechtskrankheit tritt weltweit sehr häufig auf. Das Bakterium Neisseria gonorrhoeae ist der Verursacher dieser Erkrankung. Es wurde nach dem Hautarzt Albert Neisser benannt, der den Erreger entdeckt hat. Dabei treten die Beschwerden vorzugsweise an Geschlechtsorganen auf, seltener im Mund-Rachen- oder Analbereich. Der Erreger wird im Labor nachgewiesen. Dazu werden Abstriche aus den betroffenen Regionen, z. B. der Harnröhre oder vom Gebärmutterhals entnommen. Auch die Erregeraufzucht unter speziellen Bedingungen ist möglich, um die Trefferquote zu erhöhen. Leider ist man nach einmaliger Erkrankung nicht lebenslang immun.

Behandlung, Verlauf

Die Krankheit wird mit Antibiotika behandelt. Dabei wird die Sensibilität getestet, um eine Resistenz auszuschließen und zu vermeiden. Normalerweise sollte man ausdauernd behandeln, um einen erneuten Krankheitsausbruch zu verhindern. Sexualkontakte bzw. Partner müssen mit behandelt werden, bis zur Abheilung ist auf den Geschlechtsverkehr zu verzichten.

Vorbeugen kann man, da die Erkrankung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und bestimmte Techniken (Oral-, Analverkehr) übertragen wird, durch Treue in der Beziehung und ansonsten Kondome beim Sex. Eine weitere Übertragungsmöglichkeit ist die Weitergabe der Infektion während der Geburt von der Mutter auf das Baby. Dieses erkrankt dann an eitriger Bindehautentzündung, die Gonoblennorrhoe. Hier besteht Erblindungsgefahr, wenn die Hornhaut angegriffen wird! Um das zu vermeiden, erhalten Neugeborene die Crédesche Prophylaxe, die gesetzliche Vorschrift ist. In jedes Auge wird eine 1%ige Silbernitratlösung getropft. Auch eine ölige Lösung mit Penicillin kann dabei zum Einsatz kommen. Eine Therapie sollte nicht zu schnell abgebrochen werden.

Die Dauer zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch beträgt zwischen 2 und 5 Tagen. Da die Erreger empfindlich gegen Sauerstoff und Kälte sind, können sie außerhalb des Organismus eines Menschen nicht überleben. Deshalb ist auch eine Ansteckung beispielsweise auf einer öffentlichen Toilette so gut wie ausgeschlossen.

Symptomatik bei Frau und Mann

Neben der geschlechtlichen Unterscheidung kann man auch zwischen akuten und chronischen Infektionen unterscheiden, wobei letztere vorzugsweise bei Frauen auftreten. Mund-Rachen-Infektionen sind bei Männern und Frauen gleichermaßen oft möglich, während Analinfektionen mehr bei Männern anzutreffen sind. Da oft eine leichte Rötung oder Entzündung besteht und die Symptome unspezifisch und wenig auffällig sind, werden sie meist recht spät erkannt und können zwischenzeitlich schnell weiter verbreitet werden. Die schwerste Komplikation ist die Unfruchtbarkeit, die bei beiden Geschlechtern auftreten kann. Selten kann sich auch der Erreger über den Blutkreislauf in die anderen Organe ausbreiten. So bilden sich Sehnenscheiden- und Gelenkentzündungen, Bindehautentzündungen, Iritis (Regenbogenhautentzündung) im Auge, auch die Herzinnenhaut sowie der Herzbeutel können sich entzünden. Schmerzende Pusteln bilden sich bei entzündeter Haut. Behandelter Tripper heilt meist folgenlos aus.