HIV / AIDS

Die Krankheit gehört zu den Immunschwächen. Nicht jeder, der vom Virus befallen wird, bekommt Aids. Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen den Diagnosen HIV-positiv und Aids. HIV ist die Abkürung für Humane Immundefizienz-Virus. Dieses kann mit Hilfe der Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Nach ein paar Tagen oder Monaten kann es zu einer akuten Erkrankung kommen. Meist beginnt diese mit grippeähnlichen Symptomen. Mehrere Jahre bis Jahrzehnte können ohne Krankheitszeichen vergehen. Trotzdem entstehen täglich Milliarden neuer Viren, die teilweise auch abgetötet werden. Beim weiteren Fortschreiten der Krankheit kommt es zur Abnahme an Gewicht, schweren Infektionen und dem Auftreten bestimmter Krebserkrankungen.

Medikamente wirken gegen die Viren-Vermehrung und zögern dadurch eine HIV-Infektion lange hinaus. Heilbar sind aber weder die Erkrankung Aids noch die HIV-Infektion. Der Nachweis, ob HIV vorliegt, wird mit Hilfe von Antikörpern geführt, finden sich Zeichen, ist das Testergebnis positiv. Nach der möglichen Infektion mit dem Virus sollten aber drei Monate vergangen sein, damit die Antikörper gebildet worden sind. Teurer, wenn auch schneller sind Direktnachweis-Möglichkeiten.

Die Abkürzung AIDS bedeutet Acquired Immuno Deficiency Syndrome. Es handelt sich dabei um einen erworbenen Immundefekt. Die HIV-Infektion durchläuft 3 Stadien, die mit A, B und C bezeichnet werden. AIDS ist demnach das C-Stadium der HIV-Infektion.

Es gibt überall auf der Welt HIV-Infizierte, zurzeit sind es knapp 40 Millionen Menschen, die meisten davon in den Ländern der 3. Welt. Von der schnellen Entwicklung immer besserer Medikamente profitieren jedoch letzten Endes nur Betroffen in den reicheren Industriestaaten. Die Entstehung von AIDS wird hinausgezögert, die Lebenszeit erheblich verlängert. Trotzdem bleibt AIDS weiterhin eine tödliche, nicht heilbare Krankheit. In Afrika bedroht die Erkrankung mehrere Staaten.
Weltweit engagieren sich Politiker und Prominente gegen Aids mit entsprechenden Stiftungen, dem Welt-Aids-Tag oder Kampagnen zur Aufklärung wie „Gib Aids keine Chance“.

Ursache, Übertragung, Inkubationsdauer, Verlauf

Das HI-Virus ist Auslöser der Erkrankung AIDS. Es gehört zu den Retroviren. HIV-1 kommt weltweit vor, HIV-2 besonders in West-Afrika. Die Viren sind unterschiedlich in Aufbau und Intensität. Eiweißstrukturen am HIV-Virus binden sich an humane Immunzellen, wobei die Viren die Zellen zerstören und auf Dauer das Immunsystem geschwächt wird.

Besonders gefährdet für HIV sind Drogenabhängige (Spritzentausch) oder Personen, die ungeschützt Geschlechtsverkehr haben, denn das Virus wird durch Blut bzw. Sperma übertragen. Früher waren auch Bluttransfusionen nicht frei von Risiken, aber durch bessere Kontrolle ist die Übertragungswahrscheinlichkeit hier inzwischen eher gering.

Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit können wenige Monate bis 15 Jahre vergehen. Hier sind besonders die Behandlungsmöglichkeiten, der Lebensstil, weitere zusätzliche oder begleitende Erkrankungen sowie die seelische Verfassung von Bedeutung.

HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen verlaufen oft sehr unterschiedlich. Ein paar Tage oder wenige Monate nach der Virus-Infektion kann es zur akuten Erkrankung kommen. Die Prognosen sind verbessert durch die rasche Entwicklung medikamentöser Therapien. Je nachdem, wie hoch die Anzahl der Viren ist und wie rasant sie ansteigen, umso schlechter ist die Prognose. Trotzdem hat die Sterblichkeit gegenüber früher in heutiger Zeit stark abgenommen.
Symptomatik
HIV-Infizierte gelten als gesund bis sie an AIDS erkranken. Die HIV-Infektion selbst unterteilt sich in die Stadien A bis C. Der Nachweis von T-Helferzellen verfeinert diese Klassifizierung auf A1 bis A3.
Stadium A steht für eine Neuinfektion, für die Diagnose HIV-positiv. Wenn keine subjektiven Beschwerden auftreten, bezeichnet man diese Phase als asymptomatisch. Schwellen die Lymphknoten in verschiedenen Regionen des Organismus, so bildet sich ein LAS, ein Lymphadenopathie-Syndrom aus. 1 bis 6 Wochen nach Ansteckung kommt es in knapp Dreiviertel aller Fälle zur akuten Erkrankung mit HIV. Die Symptome sind Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Fieber, Halsentzündung, leichte Gewichtszunahme in Folge von Wassereinlagerungen, geschwollene Lymphknoten und/oder ein Hautausschlag des Oberkörpers. Flecken werden bis zu 1 cm groß, sie können anschwellen und leicht jucken. Innerhalb 1 bis 2 Tagen verschwindet der Ausschlag wieder.

Das B-Stadium ist durch wiederholte Fieberschübe von mehr als 38,5 °C gekennzeichnet, ohne andere erkennbare Ursache, über einen Monat andauernde Durchfälle. Der Mund und Rachen sowie die weiblichen Genitalien sind von Pilzen befallen. Es treten Gürtelrosen an mehreren Regionen oder wiederkehrend auf, Nervenerkrankungen an Armen und Beinen und/oder Veränderungen im Gewebe am Gebärmutterhals. Die Mundschleimhaut wirkt wie weißlich behaart. Es treten zusätzlich bakterielle Infektionen z. B. der Blutgefäße auf. Entzündungen im Becken und Urogenitaltrakt auf (z. B. Eileiter- oder Eierstockabszesse).

Beim Stadium C spricht man vom „Vollbild AIDS“, wobei der Patient an Gewicht verliert und die Hirnfunktionen eingeschränkt werden. Es kommen Infektionen mit allen möglichen anderen Erregern hinzu, z. B. Parasiten, Viren, Bakterien, Pilze usw., die zu Tuberkulose, Toxoplasmose, Salmonellen, Lungenentzündungen u. ä. Führen. Es bilden sich Herpes-Infektionen und Geschwüre in Speiseröhre, Magen oder Lunge, Speise-/Luftröhre, Bronchien und/oder Lungen können zusätzlich von Pilzen befallen werden. An der Netzhaut des Auges tritt eine virale Infektion auf, Darminfektionen werden chronisch, ein Virus sorgt für die Entmarkung des Gehirns oder bösartige Erkrankungen treten auf (maligne Lymphome, Gebärmutterhalskrebs u. a.)

Diagnostik und Therapiemöglichkeiten

Je früher mittels eines Tests eine HIV-Infektion erkannt wird, umso erfolgreicher die lebensverlängernde Therapie. Antikörper-Testungen werden kostenlos und anonym durchgeführt, und zwar bei den ortsansässigen Gesundheitsämtern. Die Sicherheit liegt bei 96 Prozent für ein positives Ergebnis, bei 100 % jedoch für ein negatives Resultat. Positive Tests führen immer zu einem zweiten, genaueren HIV-Test. Dann hat man 100%ige Gewissheit. Bei zweifach positivem Testergebnis sollte frühzeitig mit einer medizinischen Betreuung begonnen werden, hierfür stehen in deutschen Großstädten HIV-Schwerpunktpraxen mit entsprechender HIV- und AIDS-Spezialisierung zur Verfügung. Mit Hilfe verschiedener Tests werden Antikörper, virale Bestandteile und Menge der Viren bestimmt und zur Verlaufsbeurteilung eingesetzt.
Ständig wird weiter geforscht, um eines Tages die Krankheit AIDS heilen zu können. Die Patienten müssen eine große Bereitwilligkeit mitbringen, um Medikamente konsequent einzunehmen. Dafür braucht es ein offenes Verhältnis voller Vertrauen zwischen dem Patient und dem Arzt. Es gibt vielfältige therapeutische Überlegungen zur Hemmung der Vermehrung der Viren und birgt die Chance, diese effektiv zu bekämpfen. So wird überlegt, das Anheften des Virus und seine Fusion zu unterbinden. Auch das Eindringen könnte unterbunden werden oder aber das Freigeben der HIV-Erbinformation in die Zelle des Menschen. Weiter forscht man daran, virale RNA in DNA „umzuschreiben“, so dass keine HIV-Erbinformationen mehr codiert werden.

Auch die Vermehrung des HI-Virus soll mit Hilfe von Medikamenten gehemmt werden, die sich in der Entwicklungsphase befinden. Das Zusammenfügen der Bestandteile zum kompletten Virus und das anschließende Herausbefördern der Virusbestandteile aus der Wirtszelle werden ebenfalls erforscht. Dabei wird der Reifungsprozess des Virus in den betroffenen Zellen unterdrückt und die Produktion von unreifen, nicht infektiösen Virusbestandteilen gefördert.

Meist wird eine Dreierkombination an Medikamenten verabreicht, bis zu sechs verschiedene Mittel, wenn zahlreiche Resistenzen beim Patienten festgestellt wurden. Die Vermehrung von HIV birgt ständig viele Fehler, die nicht wirksam repariert werden können. Ständige minimale Abwandlungen bei den neu entstehenden Eiweißen führen zur Mutation von HI-Viren. Leider hat das eine Verminderung oder einen Verlust bei der Medikamentenwirkung zur Folge. Entwickeln Viren gegen verschiedene Inhaltsstoffe von Medikamenten Resistenzmutationen, so werden sie multiresistent. Dies erschwert erheblich eine wirksame Therapie von HIV, so dass täglich viele verschiedene Medikamente eingenommen werden müssen. Gelingt die Unterdrückung von Mutationshäufigkeit und Virenmenge, können sich weniger Resistenzen bilden. Dazu bedarf es einer regelmäßigen zuverlässigen Einnahme durch den Patienten, was Motivation und Disziplin voraussetzt. Sonst wird die Wirksamkeit der Therapie gefährdet. Befürchtet der Patient z. B. Nebenwirkungen, empfehlen alle Aids - HIV Ratgeber ein offenes Gespräch mit dem Arzt statt selbstständigem Absätzen oder Reduzieren der Tablettendosis. Aufklärung durch den Arzt nimmt die Angst oder hilft beim Medikamentenwechsel.

Was ist beim Umgang mit HIV-Patienten zu beachten?

Da die Übertragung über Sperma, Vaginalsekret und Blut erfolgt, ist der normale tägliche Kontakt, wie z. B. Händedruck, Umarmen usw. unbedenklich. Es können gemeinsam Gegenstände, wie Toiletten, Handtücher, Besteck, Gläser usw. benutzt werden. Das Zusammenleben oder der gemeinsame Besuch von Einrichtungen, wie Schule, Arbeitsstätte etc. ist problemlos möglich, wenn man gewisse Verhaltensregeln beherzigt. Dazu gehört, dass man vorsichtig ist, wenn der Erkrankte und man selbst kleine Verletzungen haben, da hierüber die Ansteckungsgefahr besteht. In intimen homo- oder heterosexuellen Beziehungen ist Safer Sex, dass heißt das Tragen von Kondomen beim Anal- oder Vaginalverkehr zwingend erforderlich. Kleinere Verletzungen beim Sex können gefährlich werden. Auch beim Oralverkehr sollte beachtet werden, dass kein Vaginalsekret oder Sperma auf Mundschleimhaut, Lippen oder Zunge gelangen. Ungefährlich ist jedoch Küssen, es sei denn, man hat hier Verletzungen, sowohl Betroffener als Gesunder. Häufige Partnerwechsel beim Sex vermeiden. Treue in der Beziehung schützt vor Geschlechtskrankheiten.

Bei Kindern untereinander ist darauf zu achten, dass sie sich beim Spiel oder einer Rauferei nach Möglichkeit nicht verletzen. Kratzen, Beißen oder Schlagen sollten möglichst vermieden werden. Trotzdem ist es sinnvoll, an die zuständigen Betreuungspersonen, wie Erzieher oder Lehrer, über eine HIV-Infektion zu informieren. Sollte dann eine andere Erkrankung gehäuft auftreten (Kinderkrankheiten beispielsweise) kann das betroffene Kind problemlos zu Hause bleiben. Auch die Vorsicht vor offenen Wunden ist dadurch gegeben.

Während einer Schwangerschaft wird eine Prophylaxe für das Ungeborene durchgeführt. Auch ein primärer Kaiserschnitt ist möglich bei zeitweiser antiretroviraler Medikation der Kinder. Dadurch sinkt das HIV-Übertragungsrisiko bei der Geburt und auch während einer Schwangerschaft. Das Stillen sollte vermieden werden. Spezielle Zentren kümmern sich um Paare mit Kinderwunsch bei einem HIV-infizierten Partner.a

Werden bei gesunden Menschen operative Eingriffe geplant, so verhindert die Eigenblutspende das – wenn auch inzwischen durch strenge Kontrollen niedrige – Infektionsrisiko. Blutreiche medizinische Interventionen (auch Spritzen) nach Möglichkeit nicht im Ausland (speziell 3. Welt) vornehmen lassen, sondern erst hier. Abhängige sollten kostenlos erhältliche Einmalspritzen für die Drogen verwenden. Auch Zahnbürsten, Rasierklingen usw. sollten nicht mit anderen geteilt werden.